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Das Schicksal jüdischer Familien in Borken (Westf.) und Gemen zur Zeit des Nationalsozialismus - Ein Schülerprojekt

Zur Lage Borkens und Einführung in seine jüdische Geschichte
 

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Familie Landau

Wohnhäuser - Sally Landau - Rika Landau - Emmy Landau - Quellen


Wohnhäuser

Familie Landau wohnte für einige Zeit in Borken am "Butenstadt 4", heute Mühlenstraße neben der evangelischen Kirche in Borken.

Sally Landau zog mit seiner Frau Hermine Landau geb. Meier an den "Adolf Hitler Ring 67" in Borken. Heute heißt diese Straße "Nordring". Das Haus der Landaus steht jedoch nicht mehr. Es ist scheinbar einer Straßenkreuzung gewichen.

 

Dies Foto zeigt die frühere Straße "Butenstadt" (heute Mühlenstraße) im Jahre 1933/34

Ehemal.iges Grundstück der Landaus

Dieses Foto zeigt die Kreuzung Nordring/Burloer Str. (das Haus der Landaus steht dort nicht mehr)

 

Sally Landau

Sally Landau wurde am 11. Februar 1892 geboren und war von Beruf Kleinviehhändler. Später heiratete er Hermine Meyer, geboren am 28. Oktober 1892, in Duisburg. Zusammen bekamen sie am 2. September 1914 in Duisburg eine Tochter namens Emmy.

Sally hatte mehrere Verwandte im Umkreis von Borken, u.a. eine Nichte namens Erna Meyer- Landau, die am 8.1. 1915 in Rhede geboren wurde. Diese erzählte Erika Pick im Jahr 2000 die Lebensgeschichte von Sally.

Zur Zeit der Judenverfolgungen in Deutschland flohen Sally und Hermine in die Niederlande in ein Kloster und tauchten dort für einige Zeit unter.

Emmy und ihr Ehemann Arthur wanderten in die USA aus und ließen Sally und Hermine einige Zeit später nach kommen. Dort lebten sie zuerst in Philadelphia/ Pennsylvania, später dann in Vineland im Staat New Jersey. Hier verstarb Hermine im Jahr 1956.
Kurz vor seinem Tod kehrte Sally Landau nach Borken zurück.

Der Arbeitskreis "Jüdisches Leben in Borken und Gemen" e.V. hat Nachforschungen betrieben, die ergaben, dass Sally Landau vor seinem Tod noch in den Niederlanden, in Groenlo, lebte.

Er verstarb 1959 und wurde, auf seinen Wunsch hin, auf dem jüdischen Friedhof in Borken begraben. Auf dem Grabstein steht: "Sally Landau 1893 - 1959". Der Stein wurde von Haas bezahlt, da er so arm war.

Grabstein für Sally Landau

 

Rika Landau

Rika Landau war die Mutter von Sally Landau und wohnte mit ihrer Familie einige Zeit in Borken "Butenstadt 4". Rika Landau wurde am 1. November 1854 in Ramsdorf geboren. Am 5.9. 1941 wurde sie von Ramsdorf vermutlich nach Riga verschleppt. Weitere Informationen über Rika Landau wurden nicht gefunden.

 

 

Emmy Landau

Emmy Landau wurde am 2. September 1914 in Duisburg geboren. Sie war die Tochter von Sally und Hermine Landau.
Nach der Liste "Die Jüdischen Opfer der Stadt Borken" war sie diejenige, die sich vor den SA-Männern entkleiden sollte.
Mit ihrem Ehemann Arthur (Alfred à Namenänderung?) Benedix, geboren am 22. März 1912 in Billerbeck, wanderte sie in die USA aus.
Andere Quellen besagen, dass sie nach Australien ausgewandert sein sollte.
Im Februar 2000 verstarb Emmy Landau.

 

 

Emmy Landau war auch im Turnverein.
Die Damen auf dem Bild sind (von rechts nach links): Emmy Landau, Martha van Cleeff, Irene Buchmann, Lore Landau, Unbekannt

Dies Foto zeigt einige Kinder der jüdischen Schule vor 1930.
Von links nach rechts: Günther Hermann, Ilse Heimnanns, Emmy Landau, Lehrer Ephramim Günsberg, Joseph Schwarz (im Matrosenanzug), Hans-Fried Gans, Martha van Cleeff, Unbekannt, Dagobert van Cleeff, Herbert Klaber

 

Höhere Töchterschule in Borken aus dem Jahr 1927
Emmy Landau ist ganz links oben mit hellem Kleid und dunklem Haar zu sehen.

 

 

Quellenangaben:

  • Arbeitsgemeinschaft jüdisches Leben in Borken und Gemen e. V.(Hrsg.): Schwarzes Buch S. 48 und S.62
  • Karl Schulte, Borken
  • Liste der jüdischen Opfer der Stadt Borken
  • "Aufzeichnung eines Gesprächs mit Erna Meyer - Landau" vom 21.08.2000 von Erika Pick
  • Interviews mit Mechtild Schöneberg
  • Gehard Ribbink aus Winterswijk

Bearbeitet von: Lisa Gathmann, Charlotte van Gember, Maren Hüls, Ann-Christin Ladermann, Christina Schulz