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Das Schicksal jüdischer Familien in Borken (Westf.) und Gemen zur Zeit des Nationalsozialismus - Ein Schülerprojekt

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Familie Schwarz

Max Schwarz, mit vollständigem Namen auch Moses Max Schwarz wurde am 2.12.1879 in Raesfeld geboren. Er war, wie Zeitzeugen berichteten, einer der größten Viehhändler im Kreis Borken.

Seine Frau Martha Schwarz (geborene Wallerstein) wurde am 18.5.1889 in Hockenheim geboren. Gemeinsam mit ihren drei Kindern Josef, Ruth und Mirjam lebten sie an der Bocholter Straße im Haus Nummer 32.

Familie Schwarz. Quelle: Arbeitsgemeinschaft (2000) S. 42.

Alle drei Kinder besuchten die Volksschule. Die beiden Töchter waren außerdem Mitglieder des jüdischen Jugendvereins.

Am 26. März 1936 floh Max Schwarz mit seiner Familie nach Palästina. In einem Brief an den Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Borken und Gemen“ vom 14. 12. 1997 erzählt Michael Schwarz, der Enkel von Max Schwarz, was er über die Zeit nach der Flucht weiß:

„...Meine Großeltern haben mit ihren drei Kindern Josef, Ruth und Mirjam Borken im Jahre 1936 verlassen, nachdem sie eine Reichsfluchtsteuer von, wie ich hörte, 32000 Mark entrichtet haben(...). Sie sind auf direktem Weg in das damalige Palästina ausgewandert, wo sie in Kfar Gid`on, einem kleinen Ort im südlichen Galiläa, genauer gesagt im Tal Yisre`el, einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb erworben haben. Dort haben sie einige Jahre gelebt. Danach, ich weiß nicht genau wann, haben sie alles verkauft und sind in ein Haus in Kiryat Bialik (in der Nähe von Haifa) gezogen. Erst hat Ruth geheiratet, dann Mirjam. Ruth ist in Kiryat Bialik wohnen geblieben, Mirjam ist nach Haifa gezogen.(...)“

Am 8. April 1945 verstarb Max Schwarz. Seine Frau Martha zog daraufhin mit ihrem Sohn Josef nach Haifa. Dieser heiratete 1947 seine Frau Gerda und kehrte mit ihr und seinen beiden Söhnen Michael und Gideon nach Deutschland (Essen) zurück. Dort kam ihr drittes Kind Rafaela zur Welt.

Die beiden Töchter von Max und Martha Schwarz, Ruth und Mirjam, wanderten mit ihren Familien in die USA aus. 1956 zog Martha Schwarz zu ihrem Sohn und seiner Familie nach Essen. Am 25. Mai 1960 verstarb sie während eines Kuraufenthaltes in Bad Pyrmont.

Quellen:

  • Arbeitsgemeinschaft "Jüdisches Leben in Borken und Gemen" (Hrsg.): Leben und Schicksal der Juden in Borken, Eine Dokumentation aus Anlaß der Ausstellung im Stadtmuseum Borken vom 9. bis zum 27. November 1989. Borken 1989.

Bearbeitet von Johanna Hardeweg und Katrin Beckmann, Klasse 10b, Gymnasium Remigianum