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Das Schicksal jüdischer Familien in Borken (Westf.) und Gemen zur Zeit des Nationalsozialismus - Ein Schülerprojekt

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Arbeitskreis "Jüdisches Leben in Borken und Gemen"

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Erinnerung an Herbert Jonas

Am 11. Juli 2005 erreichte uns eine traurige Nachricht: unser Freund Dr. Herbert Jonas ist in St. Louis Park, USA, verstorben.

Herbert wurde am 9.Januar 1925 als ältester Sohn von Leo Jonas und seiner Frau Hedwig ("Hete"), geb. Gans geboren. Herberts Familie wohnte Bocholter Str. 69. Er und sein drei Jahre jüngerer Bruder Richard besuchten die jüdische Volksschule in Borken bei dem Lehrer Locker. Danach ging Herbert aufs Gymnasium in Borken, bis Anfang 1938. Danach durfte Herbert nicht mehr in eine "arische" Schule und seine Eltern schickten ihn nach Köln, auf eine "jüdische" Schule.

Nach der Pogromnacht 1938 ging Herbert mit seiner Familie zunächst in die Niederlande, danach erhielten sie alle ein Visum für die USA. Von 1943 bis 1946 diente Herbert in der amerikanischen Armee. Mit der 17. Luftlandedivision kam er am 24. März 1945 nach Hamminkeln, dann für einige kurze Stunden im Mai 1945 als amerikanischer Soldat in seine Heimatstadt Borken.

Seit 1951 arbeitete Herbert in verschiedenen Funktionen als Tierarzt in den USA. Im September 1949 heiratete Herbert Miriam, geb. Lachs. Sie haben vier erwachsene Kinder, die alle in den USA mit ihren Familien leben.

1987 entstand der erste Briefkontakt zu Mechtild Schöneberg.
"... Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an mich, jeder Zeit. Ihre Arbeit ist sehr wichtig für die zukünftigen Bürger. ... Meine Frau und ich denken wohl, wenn alles klappt im Juni (1988) für kurze Zeit in Deutschland zu sein, vielleicht könnten wir dann mit Ihnen sprechen." Brief von Herbert Jonas an Mechtild Schöneberg, 24.12.1987

Im November 1988 kam es dann zu der ersten persönlichen Begegnung, die sehr herzlich verlief. Wir trafen uns, als würden wir uns schon lange kennen und dieses Interesse, dass Herbert im ersten Brief deutlich machte an unserer Arbeit in Borken, hat bis zu seinem Lebensende gehalten.

Abbildung: Herbert Jonas bei einem Schulbesuch im Nov. 1989, BZ

Herbert hat uns mit vielen Materialien und Schriftstücken geholfen. Er war immer ansprechbar und wer ihn in den Schulen erlebt hat, der weiß, mit welcher Wärme und Verbindlichkeit er allen Menschen entgegen kam. Wir haben mit Herbert Jonas einen Freund verloren. Seine Persönlichkeit und seine Arbeit sind für uns unersetzlich.

Sein Vermächtnis, die Schüler in Borken mit dem Nationalsozialismus bekannt zu machen, werden wir in seinem Sinne fortsetzen.

für den Inhalt dieser Seite ist der Arbeitskreis "Jüdisches Leben in Borken und Gemen" (schoeneberg-borken@t-online.de) verantwortlich