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Das Schicksal jüdischer Familien in Borken (Westf.) und Gemen zur Zeit des Nationalsozialismus - Ein Schülerprojekt

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Arbeitskreis "Jüdisches Leben in Borken und Gemen"

Wir über uns - Feste im Jahreskreis - Judaica-Sammlung - Liste der jüdischen Opfer der Stadt Borken - Jüdische Geschichte der Stadt Borken - Erinnerung an Herbert Jonas


Judaica Sammlung

Ein Jude, der seine Religion ausübt, macht dieses nicht nur an den Feiertagen, sondern auch im alltäglichen Leben deutlich.
Die Judaica-Sammlung, die beim Arbeitskreis gegen eine Entleihgebühr für 5 € geliehen werden kann, enthält die notwendigen Dinge zum alltäglichen Leben, außerdem sind in einem zweiten Koffer Materialien für jüdische Festtage zusammen gestellt. (Bezugsquelle: ab-borken@web.de)
Hier sollen in loser Reihenfolge die Dinge des täglichen Lebens gezeigt und erläutert werden.

   

Thorarolle
Die Thorarolle enthält den Pentateuch, d.h. die fünf Bücher Moses. Die Thora wird traditionell auf Leder oder Pergament kultisch reiner Tiere von Hand geschrieben. Die Thora, d.h. der Text, wurde vom Volk Israel am Sinai von Gott entgegen genommen.

Diese kleine Thorarolle erfüllt nicht die Voraussetzungen für einen Gebrauch in der Synagoge. Sie ist ausschließlich für eine Verwendung im privaten Bereich gedacht, z.B. als Anschauungs- und Übungsstück bei der Unterweisung der Kinder. Der Text ist bei dieser Rolle auf Papier gedruckt. Wie eine große Rolle ist auch diese kleine mit einem Thoramantel geschmückt. Zum ehrfurchtsvollen Umgang mit der Thora gehört es, diese zu bekleiden. Als Schmuckmotiv werden meist Kronen, Löwen oder die Gesetzestafeln (Zehn-Gebote) verwendet.

   
Thorazeiger
Die heiligen Texte der Thorarolle werden nicht mit der bloßen Hand berührt. Das wäre ein Verstoß gegen das Heilige. Um dem Lesenden dennoch das Vortragen zu erleichtern, wurde eine Hilfe, der Thorazeiger als künstliche Hand, entwickelt. Bei aller künstlerischen Vielfalt enden die meisten Thorazeiger mit einer kleinen Hand mit ausgestreckten Zeigefinger. Mit dieser "Ersatzhand" darf der Text berührt werden. Im Hebräischen heißt der Thorazeiger "Jad" = Hand.
Die Einführung des Thorazeigers kann auch noch einen weiteren Grund haben: Viele Juden konnten nicht genug hebräisch, um selbst die Texte zu lesen, so dass sie passiv die Lesung des Kantors am Thorazeiger entlang verfolgten, "als stünden sie beim Sinai und vernähmen die Offenbarung aus Gottes Mund."
   
Menora
Der siebenarmige Leuchter gehörte zum Kultgerät des Stiftszeltes. Später stand die Menora auch im Zweiten Tempel, der im Jahr 70 nach christlicher Zeitrechnung von den Römern zerstört wurde. Während die Form anderer Kultgeräte, so die der insgesamt zehn Leuchter des Salomononischen Tempels unbekannt blieb, ist das Aussehen des siebenarmigen Leuchters überliefert. Im Buch Exodus 25, 31 ff wird die Form detailliert beschrieben. Der Tempelleuchter wurde schon in der Antike zum häufigsten jüdischen Symbol. Er findet sich auf Münzen, auf Öllampen, in Synagogenbauten, als Steinrelief und auf Mosaikböden. 1948 wurde die Menora offizielles Wappen des Staates Israel.
   
Mesusa
Mesusa (hebr.) heißt wörtlich "Türpfosten". Es ist aber auch die Bezeichnung für eine kleine Kapsel, die am rechten Türpfosten des Eingangs von jüdischen Häusern und Wohnungen befestigt wird. In der Kapsel befindet sich eine Pergamentrolle, auf der das "Sch'ma Jisrael", das jüdische Glaubensbekenntnis, aufgeschrieben ist. Eine Zeile lautet: "Du sollst sie [die Worte des Herrn] auf die Türpfosten deines Hauses und in deine Stadttore schreiben."
Diese Worte werden so ernst und so genau genommen, dass die Kapsel mit diesem Text an jeder Türöffnung eines Hauses und einer Wohnung angebracht wird. Traditionell muss dies spätestens dreißig Tage nach dem Einzug erfolgt sein.
Beim Betreten und Verlassen des Hauses berührt man die Mesusa mit der Hand, die man danach an die Lippen führt, um sich der Gegenwart Gottes und seiner Weisung auch mitten im Alltag zu erinnern. Viele Mesusot trage als Verzierung den hebräischen Buchstaben "Schin", den Anfangsbuchstaben von "Schadai" (Allmächtiger) und "Sch'ma", falls dieser Buchstabe nicht sowieso durch eine Öffnung in der Kapsel zu erkennen ist.
Die Mesusahülle ist zu einem Objekt der künstlerischen Gestaltung geworden. Man findet ganz schlichte Exemplare in einfacher Form und aus ganz gewöhnlichem Material, aber ebenso häufig gibt es schön gestaltete Exemplare aus Silber und in unterschiedlichen Größen.

für den Inhalt dieser Seite ist der Arbeitskreis "Jüdisches Leben in Borken und Gemen" (schoeneberg-borken@t-online.de) verantwortlich