Ökologie < Sturmfluten < Im Gebiet der Ems

Die Grafik zeigt die Wasserstände beim Pegel Weener bei den wichtigsten Sturmfluten in den vergangenen Jahrzehnten. Die Höhenangaben ergeben sich daraus, daß der Pegel Null bei fünf Metern unter Normalnull (NN) liegt. Entsprechend hatte die Sturmflut vom 28. Januar 1994 eine Scheitelhöhe von 4,75 Metern über NN. Mit Normalnull (NN) wi rd das Ausgangsniveau für Höhenmessungen bezeichnet. NN wird durch den mittleren Wasserstand des Meeres bestimmt.

Gefunden bei: http://nibis.ni.schule.de/~vdsg/Seiten/sin/kueste/pegel.gif

Gefunden unter: http://nibis.ni.schule.de/~vdsg/Seiten/sin/kueste/meeressp.gif

Bei einer Sturmflut bedrohte Gebiete (grau eingezeichnet)

Oft meint man, dass der Bereich der Ems nicht stark von Sturmfluten betroffen ist, da direkt am "Eingang" in die Ems der Dollart liegt, der die ersten Wellen abfangen dürfte. Aber wie man aus der Grafik und der Karte oben entnehmen kann, kommen auch an der Ems heftige Sturmfluten vor. Deshalb muss man sich auch hier vor den Wassermassen schützen - entweder durch Deiche oder durch ein Sperrwerk!

Ungezählt ist die Zahl der Sturmfluten, die in den vergangenen Jahrhunderten die Nordseeküste bedrohten und Opfer forderten. Nachfolgend einige der wichtigsten:

58 - Der römische Geschichtsschreiber Plinius berichtet von großen Erdschollen mit Eichen, die auf dem Meer treiben- der erste Hinweis auf die Folgen einer Sturmflut.

26.12.838 - Bei einer Sturmflut sterben 2.437 Menschen, schreibt Bischof Prudentius.

17.02.1164 - Julianenflut: 20.000 Menschen sterben, Jadebusen und Leybucht entstehen.

16.01.1219 - Marcellusflut: 36.000 Tote.

1334 - Clernensflut- Der Jadebusen wird erweitert.

16.01.1362 - Zweite Marcellusflut: An die 100.000 Tote, einige Dörfer wie Otzum und Janssum gehen unter, der Dollart entsteht.

09.10.1374 - Erste Dionysiusflut- Das Dorf Westeel geht unter

26.09.1509 - Die Ems bricht an der Halbinsel Nesse durch und verlegt ihr Bett, das Emder Hafenfahrwasser versandet, der Dollart erreicht seine größte Ausdehnung.

31.10.1532 - Dritte Allerheiligenflut: Die Dörfer Ostbense und Osterbur gehen verloren.

01.11.1570 - Vierte Allerheiligenflut: Höchste bekannte Sturmflut, 3.800 Tote in Ostfriesland und im Harlingerland.

16.10.1634 - 8.000 Tote in Schleswig-Holstein; in Ostfriesland ein eher gewöhnliches Winter-Hochwasser.

22.02.1651 - Petriflut: Dünenketten der Inseln Juist und Langeoog werden gespalten, Dornumersiel zerstört.

24.12.1717 - Weihnachtsflut: 2.752 Tote allein in Ostfriesland, zahlreiche Dörfer müssen aufgegeben werden, Dornum wird weitgehend zerstört.

31.12.1720 - Die Dörfer Bettewehr II und Itzendorf gehen verloren, in ganz Ostfriesland ertrinken zahlreiche Tiere.

03./04.02.1825 - 200 Tote an der Nordseeküste, Emden wird schwer beschädigt.

01.01.1855 - Das Dorf Alt-Wangerooge am VVestende der Insel geht unter.

30./31.01.1877 - Leer wird stark überflutet.

Im 20. Jahrhundert

27./28.01.1901 - Hohe Wasserstände an der Ems, Leer wird stark überflutet.

13.03.1906 - Schwere Sturmflut, bei Weener bricht der Emsdeich.

16.02.1916 - Viele Opfer bei Sturmflut an der niederländischen Nordseeküste,- Folge: zwischen 1926 und 1932 wird der Abschlußdeich gebaut, der das ljsselmeer vom Meer trennt.

31.01./01.02.1953 - 2.000 Tote bei großflächigen Überflutungen in den Niederlanden.

12.02.1962 - Sturmflut mit Schäden in Ostfriesland.

16./17.02.1962 - Schwere Sturmflut, 330 Tote an der Nordseeküste, vor allem in Hamburg, Deichbruch bei Völlen.

27./28.01.1994-An der Ems höhere Wasserstände als1962, aber wenige Schäden.

10.01.1995 - Sturmflut mit Wasserständen ähnlich wie 1962.

An dieser Stelle ist aber noch zu bemerken, dass sich seit den 1990er Jahren die Sturmfluten wesentlich schneller und höher bis tief ins Land fortsetzten als vorher. In Papenburg kommt nun viel schneller viel mehr Wasser an, als es noch in den 1980er Jahren war (s. Tabelle unten). Dies kommt daher, dass die Ems (und vor allem das Stück zwischen Papenburg und Emden) seit den 1990er Jahren immer tiefer ausgebaggert wurde, um den Schiffen der Meyer-Werft die Überfahrt zu ermöglichen. Je tiefer der Fluss wurde, desto schneller kamen die Fluten bis ins Inland.

aus: Roberz, Peter: FLussvertiefungen contra Hochwasserschutz. Frankfurt am Main 2003. S. 18.
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