Ökonomie < Subventionen

"Es scheint, als ob nur die Meyer-Werft vom Bau des Emssperrwerks profitiere, denn ohne die Aufstauung der Ems kann die Werft ihre Luxusliner nicht von Papenburg aus in die Nordsee überführen. Jedoch wäre dann das Emssperrwerk, wenn es nur zur Aufstauung dienen würde, kein Sperrwerk, sondern ein Stauwehr. Ein Sperrwerk dient lediglich dem Küstenschutz, während ein Stauwehr der Aufstauung eines Flusses dient. Hierbei spielt der finanzielle Aspekt eine Rolle. Der Bau eines Sperrwerks wird vom Staat finanziell unterstützt, der eines Stauwehrs nicht. Die direkte Subventionierung der Meyer-Werft, immerhin der größte Arbeitgeber der Region, verstößt gegen die EU-Wettbewerbsbedingungen, und somit wird ein eigentliches Stauwehr ganz einfach zu einem Sperrwerk deklariert, um auf finanzielle Unterstützung nicht verzichten zu müssen. Die Geschichte mit dem Küstenschutz ist doch nur ein Vorwand. Die Naturschutzverbände haben ja schließlich schon herausgefunden, dass eine andere Lösung zum Küstenschutz möglich und sogar günstiger gewesen wäre - schau Dir nur ´mal diese Stellungnahme des BUND an!

Gaby Gürtler, Journalistin

Aber solche Subventionen gab es schon immer. Ohne eine Anpassung der Ems an die Schiffe - anders kann man das wohl nicht nennen - wäre die Meyer-Werft schon längst aus dem Geschäft. Heutige Schiffe sind groß, größer und noch größer. Ohne Baggern oder das Sperrwerk könnten diese niemals zur Nordsee kommen und ohne die Schiffe könnte Meyer nie überleben - soviel ist klar. Die Werft erpresst das Land regelrecht. So wurde einmal ein Schiff gebaut, das nur zur Nordsee überführt werden konnte, wenn die ems ausgebaggert wird, obwohl das Land die Baggerei noch gar nicht genehmigt hatte. Das musste es dann zwangsläufig.... !

Es bleibt noch die Frage, ob sich diese Subventionen überhaupt lohnen werden... Vermutlich verzögern die Subventionen nur das Ende der Werft. In wenigen Jahren wird die Konkurrenz so große Schiffe bauen, dass Meyer auch mit dem Sperrwerk nicht mithalten können wird. Und billiger werden die Schiffe allemal woanders gebaut - schon jetzt kauft auch die Meyer-Werft ihre Teile überall auf der Welt - je nachdem, wo es am günstigsten ist. Da wird der Standort Papenburg nur so lange gut sein, wie die Werft noch Fördermittel bekommt. Das merkte man ja bereits in den letzten Jahren: Nach dem 11.09.2001 ging die Nachfrage im Kreuzfahrtmarkt und damit auch die nach Schiffen stark zurück. Bei der Meyer-Werft wurden 1.500 Menschen entlassen. Und das trotz des Sperrwerkes. Also wirklich sicher werden die Arbeitsplätze durch das Sperrwerk nicht!"

 

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