Ökologie < Fische & Wasser

Eike Lörzke, Fischer aus Nendorp

"Bis vor sehr vielen Jahren lohnte es sich noch, im Unterlauf der Ems zu fischen. Früher gab es das Problem der Verschmutzung des Flusses. Doch seit die Städte am Oberlauf des Flusses ihre Abwässer besser reinigen, erholten sich die Fischbestände wieder. Doch das ist nun vorbei. Manche Fische haben Probleme, das Sperrwerk zu umschwimmen um auf diese Weise zu ihren Laichplätzen zu kommen. Und andere haben große Probleme wenn das Sperrwerk geschlossen wird. Denn wenn der Fluss nicht fließt, ändern sich die Temperaturen und Sauerstoffverhältnisse sehr schnell. Wird der Fluss im Sommer gestaut erwärmt es sich sehr schnell, sogar bis auf 24°C. Deshalb nimmt dann auch der Sauerstoffgehalt von 3,0 auf 1,5 mg/l ab. Es ist für die Fische oft unerträglich und viele müssen sterben, da sie quasi ersticken. Dies tritt ein, weenn der Fluss nicht mehr fließt, sondern wegen des Stauens steht - und wenn ein großes Schiff durchschwimmt und den Boden aufwühlt. Der umherwirbelnde Schlick nimmt jeglichen Sauerstoff weg.

Dazu kommt noch ein anderes Problem, denn neben dem Temperatur- und damit verbunden dem Sauerstoff-Problem führt das Aufstauen der Ems bei den Schiffsüberführungen auch zu einer Veränderung des Salzgehaltes des Wassers. Dies kommt, wenn für ein schnelles Anheben des Wasserstandes Salzwasser in die Ems gepumpt wird, so dass im inneren Teil nicht mehr nur Süß- sondern auch Salzwasser ist. Zum anderen gibt es Probleme, wenn nach dem Stauvorgang alles Wasser auf einmal ausströmt, denn dann kommt eine dicke Süßwasserwelle auf die Meeresbucht zu. In beiden Fällen wird der natürliche Salzhaushalt durcheinandergewirbelt, einige Tiere werden getötet, Arten sterben vielleicht sogar aus.

Beispielsweise der Schnäpel, ein Fisch (das Bild könnt Ihr unten sehen), der früher in diesem Gebiet gelebt hat, ist in Norddeutschland nur noch an wenigen Stellen vertreten und eine Neuansiedlung im Bereich der Ems ist durch das Sperrwerk nicht mehr möglich.

Schnäpel. Gefunden unter: http://www.jaeger-kleinicke.de/bilder/fotos/04-Schnaepelmilchner.jpg, abgerufen am 11.05.05

Doch nicht nur die Fische haben Probleme mit einem verstärkten Salzgehalt der Ems. Es ist nämlich noch nicht ganz klar, ob sich das Aufstauen der Ems auch den Grundwasserhaushalt in der Region auswirkt - also unser Kranenburger schmeckt nun noch nicht salzig, aber die Uni Braunschweig untersucht das gerade noch mit so seltsamen Messstellen. Genau verstehe ich das aber nicht."

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